vom 26.06 bis 07.07.2001
Nachdem wir die beiden letzten Jahre am Lago di Garda bzw. am Lago Maggiore waren,
wollten wir diesmal an den Genfer See.
Aber kaum waren wir dort, erfuhren wir, dass der
See so nur fälschlicherweise genannt wird; sein richtiger Name ist Lac Leman (waren da
nicht schon mal welche, Käsefondue, Gewicht an den Füssen?). Aber wir wollten
ja auch keine Römer verhauen, sondern uns erholen und dazu
hatten wir eine Ferienwohnung ca. 10 km nordwestlich von Genf in Frankreich in
Sergy. Der Ort liegt direkt am Fuß des Jura und bei guten Wetter hat man Blick
bis auf den Mont Blanc. Die Grenze zur Schweiz ist gerade mal 5 km entfernt, was die
Benzinkosten deutlich senkt; Wein gibt es hier in großer Auswahl zu günstigen
Preisen. Das Mopped kommt zwar mit flüssiger Nahrung aus; für Menschen ist es
auf Dauer nicht das richtige, nur von Wein und Baguette zu leben.
Und zum Essen war die Gegend überraschenderweise nicht der richtige Platz.
Die Preise waren hoch (als Beispiel das Happy Meal beim grossen M:
in Deutschland 5,90 DM; umgerechnet 7,80 DM in Frankfreich
und 9,00 DM in der Schweiz), wir vermissten aber auch einladende Restaurants.
Diese waren am Fuße des Jura rund um Sergy kaum zu finden. Wir waren wohl
in einer Gegend, wo Tourismus klein geschrieben wird. War auch daran zu erkennen,
dass es bei uns keine Schlepplifte gab, oder sonstiges, was so für Touris gebaut wird.
Aber keine Angst, wir haben trotzdem jetzt noch nicht mit Untergewicht zu kämpfen.
Genf selbst ist eine Großstadt an einem See, hat aber irgendwie nichts
(außer der Fontäne) was man in anderen Städten nicht auch findet. Man kann natürlich auch
die Ausstellung vom CERN besuchen und sich etwas erzählen lassen über LEP, LHC und WWW.
Gemütlicher
ist es da in der kleineren Städten wie Nyon oder Morges oder auf der anderen
Seite in Thonon-les-Bains oder Yvoire, was aber etwas überlaufen ist.
Nun aber zum Moppedfahren.
Erstmal muss man sagen, das es hier in jedem Ort vernünftige Zweirad-Parkplätze gibt und,
was noch erfreulicher ist, es gibt keine Streckensperrung oder Geschwindigkeitsbeschränkung
nur für Moppeds.
Eine Umfahrung des Sees lohnt sich wohl kaum, auf der Strecke
Genf - Lausanne war der Blick zum See fast ständig durch hohe Hecken, die den Einblick
in die da hinterliegenden Villen verhindern sollen, versperrt. Hier sollte man lieber
die Landstraße nördlich der Autobahn nehmen, erinnert einen dann fast an eine Fahrt
durch die Pfalz, da auch hier sehr viel Wein angebaut wird.
Meine erste Tour ging natürlich
zum Mont Blanc. Die Anfahrt nach Chamonix fing mit einem Stau vor Genf an
und nur innerstädtisch fahren bis hinter Annemasse. Genf ist halt eine große Stadt,
die man sehr, sehr weit umfahren sollte.
Danach bin ich über die N205 weiter gefahren, keine tolle Strecke, doch
ich hatte ja ein Ziel. In Chamonix besteht die Möglichkeit, mit der
Seilbahn mit einem Zwischenstop auf dem Plan de l'Aiguille (2317 m) auf den 3842 Meter hohen
Aiguille du Midi zu fahren. Der letzte Teil der Auffahrt geht fast senkrecht.
Oben kann man die letzten Meter noch mit einem Fahrstuhl fahren. (Man könnte aber auch
weiter mit der Seilbahn über einen Gletscher und auf der italienischen Seite wieder
herunterfahren, was wir aber nicht gemacht haben.)
Die Sicht auf die Alpen
ist faszinierend (siehe Bilder unten), allerdings wirkt der Mont Blanc dann nicht mehr so gewaltig; gewaltiger
ist dann der Blick ins Tal auf Chamonix, was dann fast 2800 Meter tiefer liegt.
Man muss sich aber leider auf einige Wartezeit vor der Seilbahn einrichten und auch
mit Kosten von rund 63,- DM rechnen.
Hinter Chamonix wird die Straße Richtung Martigny schon interessanter.
Das Strecke von Martigny nach Monthey kann man durchaus auf der Autobahn fahren. Ab dann
geht es durch die Haute Savoie. Und hier gibt es gewiss mehr tolle Straßen als man sie an einem Tag fahren kann.
Auf den kleinen Straßen ist man fast alleine. Es ist völlig egal, welchen
Weg man wählt, die Straßen sind in einem guten Zustand, haben jede Menge Kurven
und Höhenunterschied und man wird teilweise mit einem wunderbaren Panorama belohnt.
Die Straße von Cluses nach Thonon-les-Bains ist eine gute Strecke für einen kleinen
Abstecher. Den kleinen Schlenker von Mieussy hoch nach Sommand und von dort weiter
nach Le-Praz-de-Lys sollte man allemal fahren.
Aber auch weiter im Süden gibt es viele
schöne Strecken, Annecy ist einen Besuch wert; den Lac sollte man nur am östlichen Ufer
entlangfahren. Einen schönen Blick auf den See hat man vom Col de la Forclaz.
Auch im Jura bin ich getourt.
Hier gibt es keine großen Namen bei den Bergen, Tälern oder Pässen,
dafür aber jede Menge kleiner Straßen, die auf den Berg, wieder runter oder um
den Berg führen. Rund um St. Claude findet man hier sowohl auf französischer wie
auch auf schweizer Seite landschaftlich schöne Strecken.
Man könnte meinen, die Straßen wären nur fürs Moppedfahren gemacht.
Leider werden die notwendigen Reparaturen nur mit flüssigem Teer und viel
Rollsplitt ausgeführt, was in der Haute Savoie selten vorkommt. Bei entsprechenden Hinweisschildern
sollte man daher die Fahrbahn genauer beobachten. Dafür ist auf den ordentlichen
Strecken der Fahrspaß umso größer. Besonderen Spaß machen die Auffahrten zum Jura
von Gex zum Col de La Faucille oder von Nyon nach La Cure. Aber Vorsicht, diese Auffahrten
verwandeln sich am Wochenende in kleine Rennstrecken.
Ich denke, wenn wir hier nochmals Urlaub machen, werden wir wohl an die Südseite
des Sees gehen, nicht nur wegen der besseren Straßen, auch wegen der größeren
Auswahl bei den Restaurants.